#Eiskönigin



Draußen steht die kalte Schöne,
hebt den glitzernd weißen Stab,
haucht den kalten Nebelatem
mikrofein auf uns herab.

Kleinste Tröpfchen tanzen leise
fangen sich an Zweig und Ast 
und erstarren dort zu Eise-
halten kalte Winterrast.

Königin, mit Deinen Armen
bannst du klirrend Mensch und Tier,
lächelst kalt, bist ohn‘ Erbarmen,
schließt vom Eispalast die Tür.

Dennoch stehen wir voll Staunen,
welchen Zauber du vollbracht.
Wenn die Eiskristalle blühen
tanzt die Zauberin und lacht.


floravonbistram


#Eisblumen


Wundersame Sternenlichter
haucht mein Atem an die Scheiben
draußen lässt Dezembersturm
wild die Flocken umher treiben.

Zartgehaute Eisgesichter
weinen schmelzend Klagelieder,
schwinden hin. Doch Vater Frost
zaubert nächtlich neue wieder.


floravonbistram 1983


#Glück #Unwiederbringliche Momente


#November

In diesen grauen Novembertagen


Nun leben wir in grauen Novembertagen,
in denen schwere, dunkle Stürme wehen.
Ich seh des Regens und des Windes Bräute,
die ihre reifbesetzten Kleider tragen,
beim Tanzen zu den Blumenelfen gehen,
um sie zu bitten, zurückzukehren heute
ins Haus des Lebens, in der Mutter Erde
und ruhen, bis ein neuer Frühling werde.

Dort können sie die Märchenträume weben,
die auch den Weg in unsre Herzen finden,
in dunklen Zeiten uns  voll Trost umschweben.
Wenn wir beim Kerzenscheine Kränze binden,
dabei die Weihnachtlieder fröhlich singen,
die Lichter stecken auf geschmücktes Grün,
wird Freude uns das Miteinander bringen,
soll Helligkeit in allen Lebensecken blühn.

Sehr schwer wird es für viele Erdenwesen werden,
wenn Winter unser Herz zu Eis gefrieren lässt,
wo die Verzweiflung Lebenshoffnung vieler Menschen
ganz gnadenlos wie eine faule Frucht zerpresst.
Wenn wütendes Gehabe dunkler Mächte
in jeden Winkel unsrer schönen Erde dringt,
dann kann allein uns jene Liebe retten,
die wir verströmen, die allen wieder Frieden bringt.


floravonbistram 1971

Bild könnte enthalten: Baum, Pflanze, Himmel, im Freien, Natur und Wasser

#Narben #Bücher

Gedichte
Ein Kopf und ein Herz und die schreibende Hand
sie lebten in einem sehr engen Verband.
Das Herz fühlte Zeilen und gab sie schnell weiter,
der Kopf nahm sie auf, mal ernst und mal heiter,
befahl dann der Hand, dieses nieder zu schreiben,
um sie dann dem Fundus schnell einzuverleiben.

floravonbistram

Bild könnte enthalten: Text

#Herbst #Blätter




Wie faltige Wangen aneinandergeschmiegt
rollen sich die welken Blätter ineinander
und im Sonnenstreichel-Abschied
lauschen sie auf die leisen Stimmen
die das Ahnen des kommenden Neuerstehen
sanft raunend durch die Welt tragen


floravonbistram 1996

#Dokumente #AltePapiere #AlteBriefe

Erinnerungen

Die alten Blätter rascheln mürb in meinen Händen,
wenn  ich sie sorgsam als Geschichtsbild niederleg,
sortiere, lese, staune über ihr Verwenden
in einer  längst vergang‘nen Zeit und ich entschweb

in fremde Räume, Städte und auch in Gedanken,
der Menschen, deren Briefe ich gespannt nun las
und leise öffnen sich mir die Jahrhundertschranken.
So Vieles find ich, das man lange schon vergaß.

Von Liebe, Freunden und von Krieg, der Angst entfesselt,
der vielen Menschen nimmt der Heimat Lebensort.
Sie flüchten laufend, fahrend - eh sie eingekesselt.
Der Sehnsucht Lieder tragen sie im Herzen  fort.

Ganz liebevoll umfange ich die Post der Ahnen,
behutsam glättend streicht  noch einmal meine Hand
die knitterigen  und schon sehr vergilbten Bahnen,
auf deren Spur ich die Vergangenheiten fand.



FloravonBistram




#Nebelfrauen #Herbst




Ach nimm mich mit

Nebelfrauen tanzen,
werden verschlungen
von gierigen Sonnenlippen,
die Horizont und Natur
durch ihren Kuss
in rotgoldenen
Farbenrausch tauchen.

Lass mich taumeln
und tanzen mit dir
zum Lied des Windes.
Herbstverliebt,
buntes Blatt,
schwebst du
ohne mich weiter
und mir bleibt
die Sehnsucht.


Floravonbistram 1998


Verwehter Sommer


Die gewohnten Gesänge
der Vogelscharen verstummen,
Die ersten Blätter
tragen einen kleinen Farbenschal.

Ein Hauch von Abschied 
liegt in der Luft.
Von weit leuchtenden
abgeernteten Feldern verweht
der Hauch des reifen Korns.

Zu früh tauscht der Sommer
sein kunterbuntes Kleid,
um es zu behängen
mit den ruhigen, besinnlichen
Farben des sinnlichen Vergehens.

Streichelweiche Sonnenfinger
lassen die wohltuende Wärme 
tief unter die Haut dringen
und die Seele will noch singen.

floravonbistram 2006

Bild könnte enthalten: Himmel, Wolken, Pflanze, Baum, Gras, im Freien und Natur

#Sommerende



Letztes Sommeratmen

Der Morgen atmet Nebelschwaden
und Blätter färben sanft den Wald.
Ein Kranichzug zieht erste Kreise,
der Vögel Lieder sind verhallt.

Für Sommer endet nun sein Wirken,
auch wenn er noch mit Wärme winkt,
hellgolden strahlen schon die Birken,
im Nebel Wiesengrün versinkt.

September reicht dem Herbst die Hände,
die dieser lächelnd rot-bunt färbt
und bis zum späten Monatsende
sieht unser Wald aus wie gegerbt.

Die Spinnen zaubern – Perlennetze
verzieren schimmernd Strauch und Baum.
Altweibersommer birgt die Schätze,
gibt Sommerabschied Sehnsuchtsraum.


floravonbistram





#Worte #Reime #Sätze



Ich kann nicht ohne Worte sein

Ich kann nicht ohne Worte sein,
so ist es immer schon gewesen,
gedacht, geschrieben und gelesen,
stets prägten sie sich mir tief ein.

Sie holten mich aus manchem Leid,
erzählten auch vom Glücklichsein,
sie trugen mich in Träume rein,
umhüllten mich  im Zauberkleid.

Ich wähle Worte, schreibe nieder,
von Freude, Liebe, Blumen, Wald.
Ich hoffe, dass es widerhallt
und zaubert in die Herzen Lieder.

Nein, ohne Worte kann ich nicht
sie schenken Hoffnung, Leben, Licht.

Floravonbistram 1972


Foto von Freund Peter



#Dank an die Nacht



Einsamer Weg, im Mondlicht taumelnde Falter,
die sich in meinen Haaren strampelnd verfangen.
Baumarme, gestreckte Finger himmelwärts weisend,
raschelnde Nachtgeister in der Hecke,
Glühwürmchen, ihr Kleinen, mit euren leuchtenden Fackeln,
ein klagender Ton, ein Käuzchen wacht und es treten-
vorsichtig witternd - Rehe auf die lockende Lichtung,
die dann friedlich äsend mich nicht bemerken.

Wunderschöne, berührende, allumfassende Nachtwelt,
in denen alle Wesenheiten der Schöpfung mich umfliegen,
mit ihrem Zauber meinem Herzen Welten öffnen,
die meinen Augen bisher verborgen geblieben sind,
mich endlich wieder tief atmen lassen
in der lauen, von Blütenduft geschwängerten Stille,
die dennoch voller geheimnisvoller Laute ist.

Elfen, Zwerge, Trolle, Feen und Engel erstehen auf
aus den Erinnerungen der Träume meiner Kindheit,
die mich leben ließen, mich beschützten, mir Wege zeigten
aus abgrundtiefem Schmerz und größter Verzweiflung,
mir durch das Licht den Glauben an Führung erhielten
im allerschwärzesten Dunkel meines Suchens
nach des Lebens großer Wahrheit und Erklärung.


floravonbistram


#Sommerende #Herbst


Der Sommer endet früh

Ich liebe bunte Blätterhaufen,
die wild der Wind zusammenfegt,
und tauche ein in tausend Farben,
die Sonne leuchtend auf sie legt.

Die Äste werfen Blattgold ab,
das munter tanzt und mich umfliegt
im Nebel tanzen Elfen Reigen,
ein Kranichzug nach Süden zieht.

Ich rieche gern des Herbstes Atem,
von Abschied und noch warmer Erde,
still möchte ich die Hände falten,
dank sei dem Schöpfungswort: Es Werde!


floravonbistram